Hannover. Transporter bewegen sich im Verkehr nahezu so sicher wie PKW und bieten den Insassen einen dem PKW vergleichbaren Schutz. Das ist das Ergebnis der Studie "Sicherheit von Transportern", die Clemens Klinke, Mitglied des Vorstands der Prüforganisation Dekra und Vorsitzender der Geschäftsführung von Dekra Automobil, jetzt auf der IAA Nutzfahrzeuge vorstellte. Demnach sei die Zahl der Unfälle von Fahrzeuge zwischen 2,0 und 3,5 Tonnen seit 2001 rückläufig.
Die Zahl der Personen, die bei Unfällen mit Beteiligung von Transportern der Gewichtsklasse 2,8 Tonnen bis 3,5 Tonnen tödliche Verletzungen erlitten, ging laut Studie nach einem Höchststand von 132 im Jahr 2001 auf 111 Getötete im Jahr 2006 zurück. Je 1000 zugelassene Fahrzeuge verringerte sich die Zahl der unfallbeteiligten Transporter in dieser Gewichtsklasse von 15,9 Beteiligten auf 11,8 Beteiligte 2008. Der Vergleichswert für PKW lag 2008 bei 9,4.
Bei fast fünf Prozent der untersuchten Unfälle war der Transporter Hauptverursacher
Laut Klinke liegt derzeit der Anteil der Transporter als Unfall-Hauptverursacher bei 4,7 Prozent. Der PKW macht mit 71,1 Prozent den größten Anteil aus, gefolgt von 20,3 Prozent sonstiger Fahrzeuge. Schlusslicht mit 3,3 Prozent sind die Nutzfahrzeuge über sieben Tonnen. Die drei häufigsten Gründe für Unfälle mit Transportern sind Auffahrunfälle (26 Prozent), Einbiegen beziehungsweise Kreuzunfälle (21 Prozent) und Fahrunfälle (17 Prozent). Hauptunfallgegner ist laut Dekra der PKW.
"Die Gurtanlegequote der Insassen von Transportern liegt je nach Ortslage, also ob innerhalb des Orts oder auf der Autobahn gefahren wird, zwischen 63 und 84 Prozent", sagte Klinge. Der Prozentsatz liege beim PKW dagegen bei nahezu 100 Prozent. Im Vergleich zu PKW-Fahrern verlieren die Fahrer von Transportern zwar seltener die Kontrolle über ihr Fahrzeug, dennoch besitze das Fahrdynamikregelsystem ESP auch hier ein hohes Nutzenpotenzial. Mit ESP würden sieben bis acht Prozent der von Transportern verursachten Unfälle mit rund 20 Prozent der Schwerverletzten und Getöteten positiv beeinflusst werden. Auch Bremsassistenzsysteme und Spurhalteassistenten bieten laut Dekra ein, wenn auch geringeres, Unfallvermeidungs-Potenzial.
23 Prozent der technischen Mängel bei Transportern sind unfallrelevant
Neben dem Verhalten des Fahrers haben technische Mängel Einfluss auf das Unfallgeschehen mit Transportern. "Eine Analyse der Dekra Datenbank ergab, dass 57 Prozent der nach Unfällen untersuchten Fahrzeuge technische Mängel hatte", erklärte der Dekra-Vorstand. Bei fast jedem vierten Fahrzeug (23 Prozent) waren die Mängel unfallrelevant. Am häufigsten verursachten Mängel an den Bremsen (56 Prozent), am Fahrwerk (22 Prozent) und an den Reifen (11 Prozent) einen Unfall.
Für die Studie, die in Zusammenarbeit von Dekra, der Bundesanstalt für Straßenwesen (Bast), dem Verbund der Automobilindustrie (VDA) und der Unfallforschung der Versicherer (UDV) entstanden ist, wurden insgesamt 1637 Transporter und 14.866 PKW-Unfälle zwischen 1997 und 2009 analysiert. Die vollständigen Ergebnisse der Studie sollen Anfang 2011 bekannt gegeben werden. (ab)