Daimler und Foton wollen Lastwagen-Joint-Venture im August starten

07.01.2009 13:37 Uhr
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Daimler will rund 300 Millionen Euro in das Joint Venture mit Foton stecken (Bild: ddp)
© Foto: ddp

Der Stuttgarter Autokonzern und der chinesische LKW-Hersteller zielen auf den internationalen Markt

Peking. Der deutsche Autokonzern Daimler macht Fortschritte bei der geplanten Produktion von Lastwagen in China. Bis August soll das geplante Gemeinschaftsunternehmen mit dem chinesischen Lastwagenhersteller Beiqi Foton auf die Beine gestellt werden. Wie der Vorstand von Foton nach einer Sitzung am Mittwoch mitteilte, sollen bereits in drei Jahren gemeinsam 100.000 mittelgroße und schwere Lastwagen im Jahr produziert werden. Trotz der wirtschaftlich schwierigen Zeiten für die Autoindustrie weltweit wird Daimler nach chinesischen Angaben rund 2,8 Milliarden Yuan, heute umgerechnet 300 Millionen Euro, in das Gemeinschaftsunternehmen stecken. Foton und Daimler sollen jeweils zur Hälfte an dem Unternehmen zur Produktion von Lastwagen und Motoren beteiligt werden. Das registrierte Kapital wurde mit 5,6 Milliarden Yuan angegeben. Das Joint Venture zielt nicht nur auf den chinesischen, sondern ausdrücklich auch auf den internationalen Markt. Die behördliche Genehmigung des seit Jahren angestrebten Gemeinschaftsunternehmens steht allerdings noch aus. Beide Autobauer hatten im August eine Absichtserklärung zur Gründung des Joint Ventures mit dem Namen „Beijing Foton Daimler Automotive Company Ltd“ unterzeichnet. Daimler hält damit an seiner Strategie fest, trotz der derzeitigen Wirtschaftsflaute seine Lkw-Produktion in den Schwellenländern weiter kräftig auszubauen. Nutzfahrzeugvorstand Andreas Renschler hatte vor kurzem betont, dass er in den sogenannten BRIC-Staaten weiteres Wachstum erwarte. Mit der Abkürzung BRIC sind Brasilien, Russland, Indien und China gemeint. Eine ähnliche Strategie wie in China verfolgt Daimler deshalb auch auf dem russischen Markt. Dort waren die Schwaben noch kurz vor Weihnachten beim russischen Marktführer Kamaz eingestiegen, wenngleich die Beteiligung mit zehn Prozent geringer ausfiel als ursprünglich gedacht. Während Daimler in den Schwellenländern aufstockt, baut der Konzern im weltgrößten Industriestaat USA eher ab. Die Marke Sterling soll von März an eingestellt werden. Ein Fünftel der LKW-Produktion in Nordamerika fällt dadurch weg. Neben der Schließung von Standorten wird die Produktion zum Teil nach Mexiko verlagert. Auch für das neue Spitzenmodell der Marke Freightliner wird eine Fertigung im südlichen Nachbarland aufgebaut. In den ersten neun Monaten 2008 hatte Daimler 353.000 Lastwagen verkauft. Im Gesamtjahr wollte der Konzern die 468.000 Stück aus dem Jahr 2007 noch übertreffen. Endgültige Zahlen liegen jedoch noch nicht vor. (dpa)

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