27.10.2009 |

Daimler macht dank Sparkurs wieder Gewinn

Stuttgart. Daimler macht nach Milliardenverlusten in den vergangenen Monaten dank eines strikten Sparkurses wieder Gewinn. Im dritten Quartal 2009 fuhr der Autobauer einen Überschuss von 56 Millionen Euro ein, wie das Unternehmen am Dienstag in Stuttgart mitteilte. „Wir haben in den vergangenen Monaten die Krise zunehmend gemeistert“, sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche laut Mitteilung. Rund 3,5 Milliarden der angepeilten mehr als 4 Milliarden Euro hat der DAX-Konzern bereits eingespart.

Auch operativ kehrten die Stuttgarter von Juli bis September in die schwarzen Zahlen zurück und wollen in den letzten Monaten des Jahres weiter Gewinne aus dem laufenden Geschäft erzielen. „Wir sind jetzt sehr gut aufgestellt und können mit Zuversicht ins nächste Jahr gehen, das aufgrund weltweit weiterhin schwieriger Automobilmärkte herausfordernd bleiben wird“, sagte Zetsche.

Für das Gesamtjahr 2009 rechnet der Autobauer bei Absatz und Umsatz mit einem „deutlichen“ Rückgang im Vergleich zum vergangenen Jahr. Einen konkreten Ausblick auf das Konzernergebnis gab Daimler nicht. Die Bilanz nach neun Monaten: Knapp 2,3 Milliarden Euro Verlust.

PKW- und NFZ-Absatz sinkt um 26 Prozent

Auch im dritten Quartal ließen die Stuttgarter verglichen mit dem Vorjahreszeitraum weiter Federn. Der Absatz von Pkw und Nutzfahrzeugen ging um 26 Prozent auf 386.500 zurück. Der Umsatz schrumpfte auf 19,3 Milliarden Euro - nach 24,5 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Der Überschuss schmolz um 74 Prozent.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) ging im dritten Quartal 2009 um mehr als 27 Prozent auf 470 Millionen Euro zurück. Den Großteil zum EBIT steuerte die Pkw-Sparte mit den Marken Mercedes-Benz, Smart, AMG und Maybach mit 355 Millionen Euro bei. Dagegen schrieb die Lastwagen-Sparte aufgrund des herben Markteinbruchs mit einem Minus von 127 Millionen Euro weiter rote Zahlen. Der Verlust konnte im Vergleich zum Vorquartal jedoch zumindest eingedämmt werden.

Sparprogramm zeigt Wirkung

Als wichtigsten Grund für die Trendwende nannte Daimler sein im Frühjahr eingeleitetes Sparprogramm. „Die bereits im ersten Quartal eingeleiteten und im weiteren Jahresverlauf intensivierten Maßnahmen zur Effizienzverbesserung und Kostensenkung haben sich auch im dritten Quartal positiv ausgewirkt“, heißt es im Finanzbericht. Diese hätten die Belastungen aus den Absatz- und Umsatzrückgängen teilweise ausgeglichen.

In den Auto-, Nutzfahrzeug- und Komponentenwerken sind bundesweit 27 400 Mitarbeiter in Kurzarbeit, für 89.000 der Beschäftigten in Deutschland gelten verkürzte Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich. Die Zahl der Mitarbeiter sank binnen Jahresfrist von 275.500 auf 256.900. Davon arbeiteten 163.500 (im Vorjahr: 168.700) in Deutschland. Die Produktion wurde gedrosselt und die übervollen Fahrzeuglager geleert. (dpa)

 
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