31.12.2009 |

Containerumschlag: Antwerpen jetzt vor Hamburg

Antwerpen. In der Rangfolge der größten europäischen Containerhäfen gibt es Veränderungen. „Wir haben uns 2009 als zweitgrößter Containerhafen in Europa positioniert“, berichtete Eddy Bruyninckx, Generaldirektor des Städtischen Hafenbetrieb Antwerpen (SHA), am gestrigen Mittwoch in der Scheldestadt anlässlich der Vorlage der vorläufigen Umschlagzahlen für 2009. Bislang wurde der zweite Platz im Containersegment – nach Rotterdam – vom Hamburger Hafen verteidigt. Letzterer hatte bislang nur Zahlen für die ersten neun Monate publiziert. Allerdings liegt Antwerpen schon seit Jahren vor Hamburg, wenn es um die Höhe des Gesamtumschlags geht.

Mit rund 158 Millionen Tonnen Gesamtumschlag unterschreitet Antwerpen das Vorjahresergebnis um gut 16,7 Prozent. Es ist der erste Mengeneinbruch „nach sieben Rekordjahren in Folge“, ergänzte Bruyninckx. Im Containersegment, das in den zurückliegenden Jahren zu den Bereichen mit dem deutlichsten Mengenwachstum gehörte, gingen gut 87 Millionen Tonnen über die Kaikanten. Das entspricht einem Rückgang um 14,1 Prozent gegenüber 2008. Auch Antwerpen wurde in den letzten Monaten von den teilweise gravierenden Fahrplanumstellungen der Übersee-Carrier betroffen, das heißt es wanderten Verkehre in andere Häfen, zum Beispiel nach Rotterdam und auch Zeebrügge, ab. Von standortentscheidender Wirkung sei daher die weitere Vertiefung der Schelde-Fahrrinne. Nach dem durch das höchste niederländische Gericht verfügten Vertiefungs-Stopp geht Bruyninckx jetzt davon aus, dass die Arbeiten Anfang 2010 wieder aufgenommen werden. Ein wichtiger Zwischenschritt sei, dass der Hafen schon jetzt – unabhängig von der Vertiefung – regelmäßig von Großcontainerschiffen jenseits der 10.000-TEU-Grenze angelaufen werden könne. 2009 waren das immerhin 30 Anläufe.

Erheblich unter Druck stand 2009 auch der Bereich konventionelles Stückgut, der zu den Domänen des Scheldehafens gehört. Mit 10,3 Millionen Tonnen liegt das Ergebnis um gut 6,6 Millionen Tonnen oder 39,4 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Die Umschlagmengenverluste im wertschöpfungsintensiven General-Cargo-Segment schlugen sich sehr intensiv in der Hafenarbeiterschaft nieder. Die Folge war eine deutliche Zunahme von arbeitslosen Hafenbeschäftigten.

Große Einbrüche gab es auch im Bereich trockenes Massengut. Auslöser dafür war die deutlich reduzierte Nachfrage nach Rohstoffen für die europäische Eisen- und Stahlindustrie als Folge der Weltwirtschaftskrise. Insgesamt fielen im Segment Massengut rund 57,3 Millionen Tonnen an, ein Rückgang von 14 Prozent gegenüber 2008. (eha/ak)

 
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