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CO2-Emissionen: Verlader erhöhen Druck auf Logistiker

Bonn. Deutsche Industrie- und Handelsunternehmen wollen ihre Logistikdienstleister beim Thema Nachhaltigkeit stärker in die Pflicht nehmen. Nur durch erhöhten Druck könnte die Industrie ihre eigenen hochgesteckten Klima- und Umweltschutzziele für die kommenden Jahre erreichen , hieß es auf der ersten Nachhaltigkeits-Konferenz. So sollen beispielsweise moderne Motorentechnik und multimodale Transporte Lieferketten umweltfreundlicher machen. Die Nachhaltigkeits-Konferenz hat der Bundesdeutsche Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management (Baum) zusammen mit dem Shortseashipping Inland Waterway Promotion Center (SPC) ins Leben gerufen.

Um zweistellige Einsparpotenziale in der Energie- und CO2-Bilanz realisieren zu können, werden Transportketten durchgängig auf den Prüfstand gestellt. „Auch bei den LKW-Spediteuren setzt die BASF auf Nachhaltigkeit. So erstatten wir beispielsweise unseren Spediteuren nur die Maut der LKW Euro 5-Norm“, unterstrich Dieter Rogge, Senior Manager Global Procurement and Logistics/ Transportation Solutions von BASF SE in Ludwigshafen. Nach derselben Maßgabe handeln mittlerweile auch andere große Verlader, die sich für die kommenden Jahre hohe Umweltschutzziele auf die Fahne geschrieben haben.

Neben dem Einsatz umweltfreundlicher Motoren werden multimodale Verkehrskonzepte bei der Umsetzung von Nachhaltigkeitskonzepten verfolgt. So hat die ThyssenKrupp Steel AG ihren Modal Split in den vergangenen Jahren sukzessive zugunsten umweltfreundlicher Verkehrsträger erhöht. 82 Prozent ihrer Rohstoffe transportiert die Thyssenkrupp Steel AG heute per Schiff, 17 Prozent per Bahn und nur zu einem Prozent per LKW. Auch in Ausschreibungen achtet das Unternehmen auf die Nachhaltigkeit von Verkehrslösungen.

Winfried Häser, Vice President Umweltstrategie und -politik der Deutschen Post AG, machte den Finanzmarkt als „starken Treiber“ dieser Entwicklung aus: „Nachhaltigkeit wird ein immer wichtigeres Kriterium für das Engagement von Investoren“, verdeutlichte Häser auf der Konferenz. Der Finanzmarkt wolle die Risiken des Klimawandels bewerten und Entscheidungen zunehmend auch auf Basis messbarer Emissionen treffen.

Nachdrücklich gefordert wurde auf der Bonner Nachhaltigkeitskonferenz ein international einheitliches Verfahren zur Ermittlung von CO2-Emissionen entlang der Transportkette. „Es gibt kein standardisiertes Vorgehen für die Berechnung, Deklaration und das Reporting von Emissionen“, monierte BASF-Manager Dieter Rogge, der sich bislang unter anderem über das Öko-Institut und internationale Protokolle Orientierung verschafft. Hier liege die Verantwortung sowohl in den Unternehmen als auch bei der Politik. (sb)

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