07.10.2009 | Transport + Logistik

Verlader: „Logistikindustrie spielt Opferrolle“

Brüssel. Zu wenig Innovationskraft, intransparente Preisgestaltung und ein unbefriedigender Beitrag zur Wertschöpfung des Auftraggebers. So schlecht ist das Zeugnis, das Robert Srumf Logistikdienstleistern und Carriern ausstellt. Srumpf ist Director Global Logistics Service Provider Management und Inbound Logistics beim Handy-Hersteller Nokia.

Anlässlich eines Fachvortrags im Rahmen der Global Distribution Strategies Conference 2009 , die vom britischen Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Transport Intelligence in Brüssel veranstaltet wurde, ging der Logistikmanager mit den Logistikdienstleistern hart ins Gericht. „Die Logistikdienstleister waren in den letzten 10 Jahren nicht innovativ genug“, warf Srumf der Branche vor. Besonders die intransparente und mit dem Ölpreis schwankende Preispolitik der Dienstleister sei besonders im Bereich See- und Luftfracht ein fortwährendes Ärgernis. „Die Dienstleister und Carrier spielen hier ein Opferrolle, die es ihnen erlaubt, die Mehrkosten vollständig an den Endkunden weiter zu geben“, glaubt Srumf. Erklärtes Ziel im See- und Luftfrachtbereich sei es daher, im Einkauf eine „All-in-Flat-Fee“ mit den Dienstleistern auszuhandeln - inklusiver aller Kosten für Treibstoff und Sicherheitsmaßnahmen.

Nokia hat in den letzten zwölf Monaten eine straffe Preispolitik betrieben, die 30 bis 40 Prozent Kosteneinsparung bei der Logistik erbracht hätten. Unter anderem wurden die in der Regel global agierenden Logistikdienstleister, die für Nokia tätig sind, darauf getrimmt, rigoros den Spotmarkt zu nutzen. Auslieferzeiten und Verfügbarkeit der Mobiltelefone blieben dadurch unberührt, versicherte der Logistikmanager. Während der zweitägigen Konferenz in Brüssel diskutierten zahlreiche hochkarätige Referenten sowohl von Verlader- als auch Dienstleisterseite über Antworten der Logistikindustrie auf die Herausforderungen der Finanz- und Wirtschaftskrise. (diwi)

 
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