11.09.2009 |
Deutsche befürworten Ausweitung der LKW-Maut
Berlin. Die überwiegende Mehrheit der Deutschen spricht sich für eine Ausweitung der Maut-Pflicht aus. Bisher zahlen in Deutschland lediglich Nutzfahrzeuge über 12 Tonnen auf Autobahnen sowie auf wenigen Bundesstraßen eine Mautgebühr. Das sollte sich nach Meinung der meisten Deutschen künftig ändern: Mit 60 Prozent ist die Mehrheit der Bürger für die Ausweitung der LKW-Maut auf alle Land- und Bundesstraßen sowie Innenstädte. Das teilte der Verband Bitkom auf Basis einer repräsentativen Umfrage mit.
Während Autofahrer zu 57 Prozent die Forderung nach einer deutschlandweiten Straßenmaut für Lastwagen unterstützen, sind es bei Nicht-Autofahrern sogar knapp 67 Prozent. Ein Grund könnte sein, dass die Nicht-Autofahrer als Fußgänger oder Radfahrer stärker in Innenstädten unter Lastwagen leiden, vermutet Bitkom-Sprecher Christian Hallerberg.
Selbst für die Auto-Maut können sich 36 Prozent der Bundesbürger erwärmen. Die Zustimmung für die Ausdehnung der Straßennutzungsgebühr auf PKW ist bei den Autofahrern (38 Prozent) sogar größer als bei den Nicht-Autofahrern (32 Prozent). „Die höhere Zustimmung zur PKW-Maut bei Autofahrern ist nur auf den ersten Blick paradox. Wer häufig im Stau steht, sieht offensichtlich eher die Vorteile einer intelligenten Verkehrssteuerung“, ordnet Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer die Zahlen ein.
In Europa gilt schon heute ein Zehntel des Straßennetzes als überlastet. Dabei soll der Verkehr nach Prognosen der EU-Kommission weiter zunehmen. Zwischen 2000 und 2020 wird eine Steigerung des Güterverkehrs um 50 Prozent und des Personenverkehrs um 35 Prozent erwartet. Aktuell beziffert die EU-Kommission den jährlichen volkswirtschaftlichen Schaden durch Staus und Schadstoffemissionen auf bis zu 1,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts in der Europäischen Union.
„Unser Verkehrssystem muss umso effizienter werden, je intensiver es genutzt wird“, sagte Scheer. „Die IT-Branche kann mit einer intelligenten Verkehrssteuerung die Umweltbelastung durch den Straßenverkehr signifikant reduzieren. Es ist nun Aufgabe der Politik, schnellstmöglich das geeignete Umfeld für den Ausbau der Verkehrstelematik zu schaffen.“ Die nächste Bundesregierung solle dringend die Strategie zur Einführung von Verkehrstelematik in Deutschland überarbeiten, fordert der Verband. (sb)
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