02.06.2008 | Transport + Logistik

BVL/DIW: Logistikwirtschaft weiterhin auf Wachstumskurs

LKW

Berlin. Die deutsche Logistikwirtschaft ist auch im 2. Quartal dieses Jahres auf Wachstumskurs. Dies zeigt der vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) Berlin für die Bundesvereinigung Logistik (BVL) berechnete konjunkturelle Branchenindikator. Aus dem Indexstand von 146 Punkten schließt das DIW, dass die Branche ihre Geschäftstätigkeit weiterhin kräftig ausbaut. Der Wert ist gegenüber dem Vorquartal lediglich um 0,9 Prozentpunkte zurückgegangen.

Die Indikatorberechnung basiert auf Einschätzungen, die vierteljährlich im Rahmen einer Expertenbefragung unter den Top-200-Unternehmen der Branche erhoben werden. Die bisher gegenläufige Bewegung von Lage- und Zukunftseinschätzung setzt sich nicht fort. Allerdings entwickeln sich die Teilindikatoren für die Bereiche "Logistikdienstleister" sowie "Industrie und Handel" weiter auseinander.

Der Klimaindikator für die Logistikdienstleister legt gegenüber dem Vorquartal um 1,6 Prozent zu. Die Experten begründen diese leichte Verbesserung damit, dass die seit einem Jahr rückläufigen Erwartungen erstmals wieder anziehen. Es wird mit einer anziehenden Nachfrage nach Logistikdienstleistungen gerechnet. Die Tendenz des Kapazitätsausbaus und des Personalaufbaus bleibt laut DIW bestehen.

Die Logistikdienstleister verbuchen somit einen Vorsprung von neun Indexpunkten im Vergleich zu den Logistikanwendern in Industrie und Handel. Der Klimawert für Industrie- und Handel gibt um 3,5 Prozent nach und setzt damit laut DIW die leichten Abschwächungstendenzen aus den Vorquartalen fort. Dies ist auf die ungünstige Lagebeurteilung zurückzuführen.

Sowohl für Anbieter als auch für Anwender von Logistikleistungen ist laut DIW der Fachkräftemangel ein großes Problem: Etwa 74 Prozent der befragten Logistikexperten aus Industrie- und Handelsunternehmen geben an, dass die Besetzung offener Stellen mit qualifizierten Arbeitskräften schwierig ist, bei den Logistikdienstleistern sind es sogar fast 80 Prozent. Während in Industrie und Handel vor allem Ingenieure und kaufmännische Spezialisten fehlen, stellt für die Logistikdienstleister die Besetzung von Facharbeiterstellen das drängendste Problem dar. (szs)

 
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