20.12.2011 | Transport + Logistik
Bundesregierung formuliert Regeln für bewaffnete Schiffsbegleiter
230 Piratenangriffe: Die Küste Somalias gilt als die gefährlichste der Welt
Berlin. Zum Schutz vor Piraterie sollen deutsche Handelsschiffe zukünftig von bewaffneten Sicherheitskräften begleitet werden können. Die Bundesregierung habe sich auf ein Konzept zur Zertifizierung von privaten Sicherheitskräften geeinigt, sagte der Maritime Koordinator, Wirtschafts-Staatssekretär Hans-Joachim Otto.
Dadurch werde der notwendige Rahmen geschaffen, "damit nur zuverlässige und erfahrene Sicherheitskräfte auf Schiffen unter deutscher Flagge eingesetzt werden". Das Konzept sieht nach Darstellung des FDP-Politikers vor, dass sich einschlägige Sicherheitsfirmen um eine behördliche Genehmigung bemühen müssen und dass Reeder nur solche vorab zertifizierten Firmen einsetzen dürfen. "Wir bieten damit den Reedern Rechtssicherheit". Otto wies darauf hin, bislang sei noch nie ein Schiff gekapert worden, das bewaffnete Privatsicherheitskräfte mit an Bord hatte.
Die Zertifizierung der Unternehmen soll gemeinsam vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) und der Bundespolizei erledigt werden. Das Seegebiet vor der Küste Somalias gilt als das gefährlichste der Welt. Allein in diesem Jahr gab es bereits rund 230 Piratenangriffe. (jök)
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