Wien/Innsbruck. Nach der Feststellung der österreichischen Verkehrsministerin Doris Bures (SPÖ) vor einigen Tagen, dass die Finanzierung des Brennertunnels nicht gesichert sei, schrillen in Tirol die Alarmglocken. Der Tiroler Regierungschef, Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP), will einen raschen Baubeginn durchsetzen und schlägt eine Sparvariante vor. Dabei würde ein Teil der Baukosten in die Zeit nach der derzeitigen Planungsperiode, die bis 2014 läuft, verschoben. Billiger wird der Tunnelbau deshalb nicht. Jedenfalls ließe sich damit aber die Ko-Finanzierung durch die EU sicherstellen.
Die renommierten Professoren Sebastian Kummer (Wirtschaftsuniversität Wien) und Hermann Knoflacher (Technische Universität Wien) verlangen hingegen eine Prüfung, ob der Tunnelbau noch zeitgemäß sei. Auf der Brenner-Autobahn habe das Verkehrsaufkommen das Niveau von 2004 erreicht, meint Kummer. Außerdem stünden in der Schweiz demnächst zwei leistungsfähige Bahntunnels als Alternative zur Verfügung. Knoflacher tritt für ein Nachtfahrverbot ohne Ausnahmen auf der Brenner-Autobahn ein, um den LKW-Verkehr unattraktiv zu machen. (rv)