12.12.2008 |

Bremische Häfen ziehen sich 2009 etwas „wärmer an“

Bremen. Die Bremischen Häfen stellen sich für 2009 auf einen schärferen Gegenwind ein, der im Idealfall zu einem Verharren der Umschlagmenge in den Kernsegmenten des Hafens auf dem Niveau von 2008, im ungünstigeren Fall auch zu einem Ladungsmengenrückgang führen könnte. „Niemand weiß momentan genau, wie massiv die aktuelle Finanz- und Wirtschaftskrise das Umschlags- und Logistikgeschäft der Häfen beeinträchtigen wird“, sagte Ralf Nagel, Senator für Wirtschaft und Häfen, am Freitag in Bremen bei der Präsentation der vorläufigen Umschlagzahlen für das laufende Geschäftsjahr.

In diesem Jahr kann der Zwei-Hafen-Stadtstaat noch einmal mit einem deutlichen Gütermengenzuwachs auf „voraussichtlich 75,5 Millionen Tonnen“ glänzen. Das entspreche einem Plus von gut neun Prozent gegenüber dem Vorjahr (69,1 Millionen Tonnen), berichte Nagel weiter. Er freute sich vor allem darüber, dass dieser Zuwachs „trotz deutlich verschlechterter weltwirtschaftlicher Rahmenbedingungen“ erzielt worden sei. Allein auf den Standort Bremerhaven entfielen rund 60,7 Millionen Tonnen. „Seit 1997 hat sich die Umschlagsmenge in Bremerhaven mehr als verdreifacht“, betonte Nagel.

Für die einzelnen Segmente ergibt sich ein unterschiedliches Bild. „Im Hauptgeschäft unserer Häfen haben wir uns damit großartig behauptet“, sagte der Senator weiter. So wird der Containerumschlag auf TEU-Basis bis Jahresende bei voraussichtlich um 14 Prozent auf 5,6 Millionen TEU anwachsen (2007: 4,9 Millionen TEU). Der Container-Terminal-Komplex in Bremerhaven, der zu über 99 Prozent am Gesamtcontainerumschlag der Bremischen Häfen beteiligt ist, habe seine Wettbewerbsfähigkeit 2008 eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Nagel: „Der Umschlag ist dort deutlich stärker gewachsen als in den großen Konkurrenzhäfen.“ Bremerhaven habe zudem von den neuen Umschlagkapazitäten in Form des CT 4 profitiert, der Mitte September offiziell in Betrieb ging. Für 2009 erwartet Nagel im Containerverkehr „eine deutliche Abflachung“, das heißt einen Zuwachs, der „im einstelligen Prozentbereich liegen dürfte“.

Das zweite wichtige Standbein für Bremerhaven, der Autoumschlag, litt seit dem Herbst unter dem weltweiten Nachfragerückgang bei Fahrzeugen. Für 2008 werde man daher „nicht ganz zwei Millionen Fahrzeugen umschlagen“, nach gut 2,1 Millionen im Jahr zuvor.

Der Umschlag in Bremen-Stadt, der vom Massengut und vom massenhaften Stückgut geprägt wird, könne 2008 dagegen nicht an die Entwicklung des Vorjahres anknüpfen. Schätzungen laufen auf gut 14,8 Millionen Tonnen hinaus, was einem Rückgang um etwa 0,7 Millionen Tonnen gegenüber dem Vorjahr entspreche. Steigerungen beim konventionellen Stückgut stünden „deutliche Rückgänge beim Erzumschlag“ gegenüber. Der wertschöpfungsintensive konventionelle Umschlag wurde in den zurückliegenden Monaten „weitgehend“ vom Eisen- und Röhrenumschlag in Bremen-Stadt geprägt. Er konnte bereits bis Oktober 2008 das Vorjahresergebnis erreichen. Nagel: „Hier wirkte sich die bis dahin gute Stahlkonjunktur aus.“

Auch BLG Logistics-Vorstand Detthold Aden schraubt seine Erwartungen für 2009 zurück. „Zurzeit können wir allerdings nicht sehr optimistisch nach vorne schauen. Das Wachstum wird sich 2009 nicht wiederholen.“

Für das Geschäftsjahr 2008 sieht Aden keinen Anlass zur Klage. „Wir werden unseren geplanten Umsatz von 970 Millionen Euro und ein Vorsteuerergebnis von 84 Millionen Euro erreichen. Das ist nach zehn Jahren Wachstum abermals ein Spitzenergebnis.“ 2009 werde sich das allerdings nicht wieder erreichen lassen. Aden rechnet mit einem Ergebnispotenzial von gut 60 Millionen Euro für 2009.

Jürgen Holtermann, Geschäftsführer der Hafen-Managementgesellschaft Bremenports zog eine positive Bilanz für 2008. Mit der Inbetriebnahme von CT 4 konnte ein weiterer Meilenstein in der Hafenentwicklung gesetzt werden. Derzeit seien alle Kräfte darauf ausgerichtet, die neue Großschleuse – die „Kaiserschleuse“ – wie geplant zu bauen. Der Kostenrahmen von rund 233 Millionen Euro sei nicht gefährdet. Das Hafenbauwerk werde 2010 fertig gestellt, sagte Holtermann. Das sei ein „ambitionierter Zeitplan“. (eha)

 
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