02.04.2009 |

Bremerhaven: Eurogate-Gruppe entscheidet sich für Kurzarbeit

Bremerhaven. Die Weltwirtschaftskrise trifft den Hafen- und Schifffahrtsstandort Bremerhaven mit voller Wucht. Nachdem der dortige Gesamthafenbetriebsverein (GHB), eine Art Hafenarbeiterpool, vor knapp zwei Wochen die Entlassung von gut 1.400 Mitarbeitern verkündet hatte, erreicht die Umschlagflaute jetzt auch die Kernbelegschaften der Hafenunternehmen. Die Eurogate-Gruppe teilte heute ihren Mitarbeitern im Rahmen einer Betriebsversammlung mit, dass sie Kurzarbeit beantragen werde. Sie ergänzen bereits wirksam gewordene „Flexibilisierungsmaßnahmen“.

„Es geht um 800 Beschäftigte auf dem Eurogate Container Terminal“, berichtete Firmensprecherin Corinna Romke gegenüber der VerkehrsRundschau. Insgesamt stehen in Bremerhaven auf der Lohn- und Gehaltsliste des Hafendienstleisters 2.400 Beschäftigte. Sie verteilen sich auf mehrere Umschlagbetriebe, an denen die Eurogate-Gruppe direkt beteiligt ist.

Die Kurzarbeit soll laut Romke „voraussichtlich“ zum 2.Mai in Kraft treten und ist zunächst auf ein halbes Jahr befristet. Die Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Datum erklärte die Sprecherin mit den „jetzt anlaufenden Gesprächen mit unserem Betriebsrat“. Dass die Kurzarbeit allerdings noch früher wirksam werden könnte, schloss sie aus. Andreas Bergmann, der neue Arbeitsdirektor der Eurogate-Gruppengeschäftsführung, sieht in der Kurzarbeit „ein Instrument, um die Beschäftigung am Bremerhavener Terminal zu sichern und betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden“.

Nach Recherchen der VerkehrsRundschau, deren Kern ein internes Unternehmenspapier darstellt, gab es im ersten Quartal 2009 in Bremerhaven an allen drei Container-Terminals, die von Eurogate allein beziehungsweise über ein Joint-Venture betrieben werden, einen Umschlagrückgang von gut 25 Prozent gegenüber Vorjahresvergleichszeitraum. Neben der Eurogate-eigenen Anlage war davon auch im Besonderen das MSC Gate betroffen.

Auch in Hamburg hatte die Eurogate-Gruppe vor wenigen Tagen eine Betriebsversammlung abgehalten. „Dabei handelte es sich aber um eine planmäßig durchgeführte Veranstaltung, in der wir die Mitarbeiter über die Unternehmensentwicklung im Allgemeinen unterrichtet hatten“, stellte Sprecherin Corinna Romke klar. Auf der Hamburger Anlage beschäftigt das Unternehmen gut 2100 Mitarbeiter.

Noch 2008 war der Containerumschlag in Bremerhaven besonders stark gewachsen, während der Boxen-Verkehr im Hamburger Hafen erhebliche Einbußen verzeichnete und gerade mit einem Plus-minus-Null abschloss. An der Weser gingen 2008 mit rund 5,6 Millionen TEU gut 14 Prozent mehr Container über die Bühne. (eha)

 
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