Blue Wings will russischen Großaktionär loswerden

19.01.2010 13:47 Uhr

Offerte für Rückkauf der Aktien an Milliardär Alexander Lebedew / Geldprobleme: Maschinen bleiben weiter am Boden

Bocholt/Moskau. Die lahmgelegte Fluggesellschaft Blue Wings strebt als Ausweg aus der Krise den Ausstieg ihres russischen Hauptaktionärs an. Dem Investor und Milliardär Alexander Lebedew werde eine Offerte für den Rückkauf der Aktien gemacht, sagte Blue- Wings-Vorstandschef Jörn Hellwig am Montag der dpa in Münster. Damit reagiert die im münsterländischen Bocholt ansässige Airline mit Heimatflughafen in Düsseldorf auf die monatelangen Finanzprobleme und Querelen um Äußerungen Lebedew. Er hält knapp 50 Prozent der Blue-Wings-Anteile. Unternehmensgründer Hellwig hält 26 Prozent. Die Maschinen der Blue Wings bleiben seit vergangener Woche zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres wegen Geldproblemen am Boden. Zwischenzeitlich konnten selbst Gehälter nicht mehr gezahlt werden. Die vom russischen Investor kurzfristig zugesagten drei Millionen Euro seien nun da, die Gehälter nachgezahlt, und die Wiederaufnahme des Flugbetriebs beim Luftfahrtbundesamt beantragt, hieß es. Wann die Flugzeuge wieder starten können, ist indes noch unklar - bei der jüngsten Zwangspause im vergangenen Frühjahr dauerte die Wiederaufnahme des Flugbetriebs einige Wochen. Zum Gebaren des Großaktionärs Lebedews sagte Hellwig weiter, dieser habe „die Geschäfte immer wieder massiv beschädigt“, indem er wechselnde Absichten verlautbaren ließ und sein eigenes Investment in Misskredit gebracht habe. „Vor dem Einstieg des russischen Großaktionärs ist Blue Wings ein profitables Unternehmen mit großem Potenzial und hohem Ansehen gewesen.“ Es gehe nun darum, die 250 Arbeitsplätze zu erhalten und den „tadellosen Ruf“ zurückzugewinnen, den Blue Wings hatte. Investor Lebedew hatte jüngst vor Journalisten in Moskau betont, an der deutschen Airline festhalten zu wollen. In früheren Äußerungen hatte er allerdings das Gegenteil gesagt und seine Beteiligung mehrfach zum Verkauf angeboten sowie mit einem Insolvenzverfahren gedroht. (dpa)

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