München. Die Lage im deutschen Straßengüterverkehr ist so schlecht wie nie zuvor. Das geht aus den Zahlen hervor, die der Bundesverbandes Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL) jedes Quartal im Rahmen seiner Konjunkturanalyse erhebt und die heute für das erste Quartal 2009 veröffentlicht wurden. Einen neuen Negativ-Rekord gibt es bei der wichtigen Kennzahl „Betriebsergebnisse“ zu verzeichnen. Der Saldo ist mit – 66 Prozentpunkten auf einen neuen Tiefpunkt gesunken (Vorquartal: -37 Prozentpunkte). Demnach bewerten 68 Prozent der 601 befragten Betriebe ihr Betriebsergebnis als „schlecht“ (Vorquartal: 52 Prozent). Nur zwei Prozent stufen ihre Zahlen als gut ein (Vorquartal: 3,5 Prozent). „Die Vernichtung der wirtschaftlichen Substanz im deutschen Transportlogistikgewerbe hat sich also durch die Mauterhöhung sprunghaft beschleunigt“, schreibt der BGL. Ursache ist vor allem der Umsatzeinbruch. So gaben 77,5 Prozent der befragten Unternehmen an, dass die Erlöse gesunken sind (59 Prozent). Mehr Geld eingenommen haben hingegen nur drei Prozent (6,5 Prozent). Die Entwicklung der Kosten hingegen hat sich auf einem konstant niedrigen Niveau eingependelt. Der Anteil der Unternehmen mit gestiegenen Kosten erhöhte sich leicht von 35,5 Prozent auf 36 Prozent. Einziger Lichtblick sind die Prognosewerte. So hegen 58,5 Prozent der Befragten pessimistische Erwartungen bezüglich der Entwicklung der Betriebsergebnisse für das zweite und dritte Quartal 2009. Im vierten Quartal waren noch 68 Prozent so skeptisch gewesen. 2,5 Prozent zeigen sich optimistisch (Vorquartal: ein Prozent). Immerhin 17 Prozent erwarten steigende Umsätze (drei Prozent). Allerdings stellen sich 39,5 Prozent auf weiter sinkende Erlöse ein (72,5 Prozent). (cd)
BGL-Konjunkturanalyse mit neuen Negativrekorden
Verband befürchtet „Vernichtung der wirtschaftlichen Substanz“ / Prognosen fallen etwas freundlicher aus im Vergleich zum Quartal zuvor