23.02.2010 |

Berlin: Zusätzlich 25 Millionen Euro gegen Schlaglöcher

Berlin. Die immer größeren Schlaglöcher in Berlins Straßen durch den harten Winter will der Senat mit zusätzlich 25 Millionen Euro reparieren lassen. Das kündigte Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg-Junge-Reyer (SPD) nach der Senatssitzung am Dienstag an. 15 Millionen Euro sollen die Bezirke direkt erhalten, weitere 10 Millionen will der Senat für die dringlichsten Reparaturen nach den Frostschäden verteilen. Bisher hatten die Bezirke etwa 33 Millionen Euro eingeplant. Junge-Reyer betonte, es sei nun das Ziel, die Löcher nach der langen Frostperiode nicht nur zuzuschütten, sondern größere Straßenabschnitte komplett zu sanieren.

CDU und FDP forderten mehr Geld, die Grünen verlangten den Verzicht auf neue Straßen, um die alten besser erhalten zu können. Die Stadtentwicklungsverwaltung veröffentlichte im Internet eine Liste mit Ansprechpartnern bei den Bezirksämtern. Über die angegebenen Nummern und Mailadressen und über die zentrale Telefonnummer 115 können Bürger die Verwaltungen über Schlaglöcher informieren.

„Sobald die Frostschäden feststehen, sollen die Bezirke die Straßen besser sanieren als nur durch das Schließen der Schlaglöcher“, sagte Junge-Reyer. Das Geld sei „nicht nur ein Tropfen auf einen heißen Stein“. Immer wieder war in den vergangenen Wochen kritisiert worden, dass reparierte Schlaglöcher nach neuem Frost wieder aufbrachen.

Die Bezirke hätten bereits Listen der dringendsten Reparaturen aufgestellt, sagte die Senatorin. Am meisten Geld aus dem 15- Millionen-Topf sollen die Bezirke mit den größten Straßenflächen erhalten: Pankow, Mitte, Neukölln und Steglitz-Zehlendorf. Für die Verteilung der weiteren 10 Millionen Euro müssen sich die Bezirke bei den Verwaltungen für Stadtentwicklung und Finanzen bewerben und dort dringende Straßenreparaturen anmelden. Mit Finanzsenator Ulrich Nußbaum (parteilos) werde derzeit geklärt, aus welchen Bereichen im Haushalt das Geld locker gemacht werde.

Nach Angaben von Junge-Reyer wurde zuletzt 2005/2006 ein Extra- Programm gegen Schlaglöcher für zehn Millionen Euro gestartet. Sie betonte: „Wir möchten diesmal mehr tun.“ Die vom ADAC geforderten 450 Millionen zur Straßensanierung lehnte sie ab. Das gebe der Landeshaushalt nicht her und daher solle man so eine Summe auch nicht versprechen. Am Montag hatte Umweltsenatorin Katrin Lompscher (Linke) strengere Vorschriften für die Beseitigung von gefährlicher Schnee- und Eisglätte auf Berliner Gehwegen angekündigt.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Frank Henkel kritisierte, das angekündigte Geld sei „angesichts des immensen Sanierungsbedarfs nur ein Tropfen auf dem heißen Stein“. Dringend müssten ganze Straßenabschnitte instand gesetzt werden. FDP-Fraktionschef Christoph Meyer erklärte: „Rot-Rot hat in den zurückliegenden Jahren im Berliner Straßennetz einen Sanierungsrückstau von über 450 Millionen Euro produziert. Vor diesem Hintergrund kann das 25-Millionen-Euro- Programm nur ein Anfang sein.“

Die Grünen monierten einen „Teufelskreis der alljährlich zunehmenden Schlaglöcher“. Der Senat leiste sich millionenschwere Straßenneu- und Ausbauprogramme, lasse aber die bestehenden Straßen verkommen, meinte die Grünen-Verkehrspolitikerin Claudia Hämmerling. „Deshalb nimmt die Zahl der Schlaglöcher von Jahr zu Jahr zu." (dpa)

 
Anzeige
 

Kommentar verfassen

Regelmäßig werden online verfasste Kommentare in der VerkehrsRundschau veröffentlicht. Um sich für eine Veröffentlichung zu qualifizieren, geben Sie bitte Ihren vollen Namen und unter dem Kommentar Ihren Wohnort an. Herzlichen Dank!

 

23.02.2010Artikelinformationen

Social Networking
Bildnachweis
(Foto: ddp / Sebastian Willnow)

Frachtenbörsen

Transportausschreibungen

Neueste Kommentare unserer Leser

  • 07.02.2012 | Transport + Logistik
    Feinstaubwerte 2011 trotz Umweltzonen gestiegen
    juergen diercks meint: So geht das aber nicht weiter. Es koennen doch Wetter und Hochdruck nicht einfach darueber hinweg...[mehr…]
  • 07.02.2012 | Transport + Logistik
    Feldversuch: Ramsauer wirbt um Teilnehmer
    Ludger Haack meint: Wir wollten an dem Feldversuch auch teilnehmen - durch die "Sturheit" diverser Bundesländer...[mehr…]
  • 06.02.2012 | Transport + Logistik
    Feldversuch: Ramsauer wirbt um Teilnehmer
    Rudolf Röhlich meint: Wir wollten an dem Feldversuch auch teilnehmen, weil wir auf manchen Relationen unpaarige WB abholen...[mehr…]
  • 06.02.2012 | Recht + Geld
    Urteil der Woche: Haftungsbeschränkung für verunfallten Fahranfänger
    V 480 Truck meint: Mit 93 KM/h über die Landstrasse brettern, geht schon mal gar nicht, denn das Fahrzeug regelt bei 88...[mehr…]
  • 06.02.2012 | Transport + Logistik
    Amazon-Logistikzentrum schafft 1000 Arbeitsplätze
    Walter Dettinger meint: Wenn es dann richtige Arbeitsplätze sind ist das OK. Aber vor einigen Wochen war die Rede, dass...[mehr…]

Frage der Woche

Jahresabo Premium

Jahresabo

Profitieren Sie ein Jahr lang von den Premium-Vorteilen der VerkehrsRundschau!


Mit hochwertiger Prämie! [Bestellen]

Neueste Meldungen

Fahrverbotskalender

Europäische Fahrverbote im Überblick

Unser Fahrverbotskalender gibt einen Überblick über die LKW-Fahrverbote in mehr als 25 europäischen Ländern. Der Kalender erscheint quartalsweise als Zugabe zur Printausgabe, er kann aber auch gesondert bezogen werden. Bestellen können Sie den Kalender außerhalb des Abos zum Preis von 9,80 Euro zzgl. Versand und Mehrwertsteuer unter 089/20 30 43 11 00 (Fax -2100) oder per Mail: vertriebsservice@springer.com.

Aktuelle Stellenangebote

Weitere Stellenanzeigen buchen

Beliebteste Galerien

Mini-Abo Online

miniabo

Testen Sie jetzt VerkehrsRundschau Online vier Wochen lang für nur 19 €

[Bestellen]

Beliebteste Meldungen