19.10.2009 |

Bahnchef warnt vor Heraustrennung des Schienennetzes

München/Berlin. Der Chef der Deutschen Bahn, Rüdiger Grube, hat der künftigen schwarz-gelben Bundesregierung den Wegfall von Investitionen in das Schienennetz angekündigt, sollte diese das Schienennetz aus dem Konzern heraustrennen. "Es ist ja nicht so, dass wir nur Gewinne mit dem Netz erwirtschaften, auch die Schulden und die Zinsen darauf müssen wir zahlen", sagte Grube der "Süddeutschen Zeitung". Jedes Jahr stecke die Bahn 500 Millionen Euro an Eigenmitteln in das Netz, "das allein mit der Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung, die wir mit dem Bund verabredet haben. Da müsste man sich natürlich auch fragen, wer diese Rechnung übernehmen soll." Grube warnte davor, einen integrierten Konzern zu zerschlagen, "der weltweit als Musterunternehmen in diesem Bereich gesehen wird".

Die Verkehrspolitiker von Union und FDP hatten unter anderem vorgeschlagen, die bestehenden Verträge zwischen dem Mutterkonzern und der Netztochter aufzuheben. Faktisch würde Grube damit der Einfluss auf das Schienennetz erheblich erschwert.

Die Bahngewerkschaft Transnet warnte die künftige Koalition ebenfalls vor Fehlern in der Verkehrspolitik: Nach den bisherigen Plänen von CDU/CSU und FDP gebe es es eine klare Tendenz, stärker den Straßenverkehr zu fördern als einen nachhaltigen ökologischen Verkehr auf der Schiene, sagte Transnet-Chef Alexander Kirchner der "Berliner Zeitung". Er kritisierte, dass Investitionsmittel für die Schiene gekürzt und die anderer Verkehrsträger aufgestockt werden sollten. (dpa)

 
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