17.01.2008 |
Bahn kauft sächsischen Waggonbauer
Dresden/Niesky. Die Deutsche Bahn AG will den zahlungsunfähigen Waggonbau Niesky GmbH kaufen. Das kündigte die Bahn heute an. Der Waggonbauer hatte Mitte Oktober 2007 Insolvenzantrag gestellt. Das Verfahren wurde zu Jahresanfang eröffnet. Rund 250 Mitarbeiter sind betroffen. Er sei zuversichtlich, dass mit einem wirtschaftlich starken Eigentümer wie der Bahn der traditionsreiche Standort Niesky und die Arbeitsplätze langfristig gesichert seien, teilte Sachsens Wirtschaftsminister Thomas Jurk (SPD) mit. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.
Laut Insolvenzverwalter Frank-Rüdiger Scheffler geriet das Unternehmen durch gestiegene Materialpreise und Lieferschwierigkeiten bei Drehgestellen in eine finanzielle Schieflage. Für das gebundene Auftragsvolumen in Höhe von 310 Millionen Euro sei die Kapitalausstattung deutlich zu gering gewesen, hieß es. Der Abschluss des Kaufvertrages könne kurzfristig erfolgen. Die Bahn habe zugesichert, den Erhalt der Arbeitsplätze am Standort und die Befriedigung der Gläubiger zu sichern. Die Gläubigerversammlung soll spätestens Ende April über die Annahme des Insolvenzplanes entscheiden.
Die WBN Waggonbau Niesky produziert ein breites Sortiment aller Güterwagentypen sowie Komponenten für Güterwagen. Nach eigenen Angaben ist das Unternehmen einer der fünf größten Güterwagenhersteller in Europa. In Niesky werden bereits seit 1917 Güterwaggons produziert. 2006 wurde ein Umsatz von rund 36,4 Millionen Euro erzielt. (dpa)
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