25.06.2008 | Transport + Logistik

Bahn-Aufsichtsrat billigt Teilprivatisierungs-Vertrag mit Bund

Berlin. Die Deutsche Bahn will beim geplanten Börsengang in diesem Herbst nicht nur im Inland um Privatanleger werben. Auch in Japan sei ein solches Angebot geplant, sagte Finanzvorstand Diethelm Sack in Berlin. Das Schwergewicht liege aber auf institutionellen Investoren. Dabei soll es kein direktes Angebot in den USA geben, zumal wichtige dortige Investoren auch an Handelsplätzen in Europa präsent seien. Konzernchef Hartmut Mehdorn bekräftigte, gegen einen Einstieg anderer Bahnen - etwa der russischen oder der französischen - hätte er keine Einwände. Einfluss auf die Geschäftspolitik bekämen Investoren nicht. Der Aufsichtsrat des Konzerns billigte heute als nächste Etappe einen mit dem Bund ausgehandelten Vertrag.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Werner Müller sagte, damit seien die grundsätzlichen strukturellen und gesellschaftsrechtlichen Voraussetzungen für die Teilprivatisierung geschaffen. Der sogenannte Beteiligungsvertrag legt den Rahmen fest, in dem sich Kapitalanleger an der künftigen Bahn-Börsentochter DB Mobility Logistics (DB ML) beteiligen können. Sie soll zu 24,9 Prozent an die Börse gebracht werden und bündelt mit dem Personen- und Güterverkehr, der weltweiten Logistik sowie Dienstleistungen wesentliche Teile des Geschäfts.

Vom Gesamtumsatz 2007 in Höhe von 31,3 Milliarden Euro entfallen auf die Börsentochter 29,9 Milliarden Euro. Sie kommt auf 174.000 der insgesamt 237.000 Konzernbeschäftigten. Beim Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) werden der DB ML nach Zahlen des vergangenen Jahres 1,9 Milliarden Euro zugerechnet. Im Gesamtkonzern waren es vor Sondereffekten 2,4 Milliarden Euro.

Mehdorn erläuterte, dass die Börsenvorbereitungen „auf Kante genäht“ würden, da die Emission noch im Herbst angestrebt werde. Der Herbst gehe „bis 21. Dezember“, sagte Finanzvorstand Sack. Falls der Kapitalmarkt es nicht hergeben sollte, könne auch über einen Termin im nächsten Jahr nachgedacht werden. Aus jetziger Sicht seien aber „erhebliche Kratzspuren“ des konjunkturellen Umfelds in diesem Jahr nicht zu erwarten. Der Börsengang bestehe konkret aus zwei Schritten: Demnach wird bei der Deutschen Bahn AG als Mutterkonzern eine Kapitalerhöhung vorgenommen, die der DB ML zufließt. Dazu kommt der Verkauf von Altaktien aus dem Bestand des Mutterkonzerns. (dpa)

 
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