Moskau. Nach Spekulationen um Waffenschmuggel auf dem Frachter „Arctic Sea“ will Russland das Schiff nach Abschluss der Ermittlungen an Malta überstellen. Die Übergabe sei in Las Palmas auf Gran Canaria geplant, sagte der Leiter der russischen Ermittlungsbehörden, Wladimir Markin, am Donnerstag nach Angaben der Agentur Interfax. Er betonte angesichts internationaler Mutmaßungen um einen illegalen Transport von Raketen für den Iran, dass an Bord nur Holz gefunden worden sei. Medien hatten unter Berufung auf Geheimdienstinformationen berichtet, dass der israelische Staatsschutz Mossad den Raketenschmuggel vereitelt habe. In Moskau hielten sich auch am Donnerstag Informationen, nach denen der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wegen der „Arctic Sea“ Anfang der Woche zu einem Geheimbesuch in Russland gewesen sei. Der Moskauer Zeitung „Kommersant“ zufolge bestätigte eine Quelle im Kreml den Besuch. Die russische Regierung teilte dagegen mit, von einem solchen Aufenthalt Netanjahus nichts zu wissen. Bei Netanjahus Gesprächen ging es laut Medien um „sensible Sicherheitsfragen“ und geplante Rüstungsgeschäfte zwischen Russland und dem Iran. Nach russischer Darstellung wurde der Frachter einer finnischen Reederei im Juli von acht Piraten wegen einer Lösegeldforderung entführt. Die vorwiegend aus Estland stammenden vorbestraften Entführer waren von der Schwarzmeerflotte festgenommen worden und sitzen in Moskauer Untersuchungshaft. An Bord der „Arctic Sea“ waren 15 russische Seeleute befreit worden. Der Kapitän sowie drei weitere Seeleute sind noch auf dem Frachter, die übrigen kamen nach zweiwöchigem Verhör durch den russischen Geheimdienst auf freien Fuß. (dpa)
„Arctic Sea“ soll an Malta übergeben werden
Leiter der russischen Ermittlungsbehörde: An Bord nur Holz gefunden / Informationen über Besuch des israelischen Ministerpräsidenten Netanjahu halten sich