AMÖ bezeichnet Mautpläne als Schlag ins Gesicht

14.06.2010 13:09 Uhr
AMÖ Vorstand
AMÖ-Vorstand Ekkehard Bartel, Johannes Röhr, Sabine Hartmann, Carsten Busch, Gert Hebert und AMÖ-Geschäftsführer Dierk Hochgesang (v.l.)
© Foto: VR/Michael Cordes

Verband sieht Notwendigkeit für Preiserhöhungen / Mehr als 2500 illegale Anbieter bei den Umzugsspeditionen

Warnemünde. Der Präsident des Bundesverbandes Möbelspedition (AMÖ), Gert Hebert, hat die Pläne des Bundesverkehrsministers Peter Ramsauer, die LKW-Maut auch auf Bundesstraßen auszudehnen, als „Schlag in das Gesicht des Transportgewerbes" bezeichnet. Auf der Jahrestagung der AMÖ in Warnemünde sagte Hebert: „Die Bundesregierung hat mehrfach betont, dass die Maut nicht angehoben wird. Dazu gehört auch: Keine Erhebung der Maut auf vierspurigen Bundesstraßen."

Am Rande der Tagung sagte Hebert gegenüber der Presse, dass die Möbelspeditionen dringend höhere Transportpreise benötigten, um wirtschaftlich arbeiten zu können. Angesichts steigender Kraftstoffkosten, steigender Personal- und Sachkosten und eines Investitionsrückstaus gerade in der Umzugsspedition sei eine Erhöhung der Transportpreise zwischen 10 und 15 Prozent notwendig.

Staatssekretär Schröder: Ramsauers Vorschlag nicht akzeptabel

Der Staatssekretär im Verkehrsministerium von Mecklenburg Vorpommern, Sebastian Schröder, betonte auf der Tagung, dass sein Bundesland sich immer gegen eine Erhöhung der LKW-Maut ausgesprochen habe. „Wir halten den Vorschlag von Herrn Ramsauer für nicht akzeptabel", unterstützte der Sekretär von Landesverkehrsminister Volker Schlotmann (SPD) die Äußerungen Heberts. Schröder zeigte sich verwundert über die Begründung, nach der vierspurige Bundesstraßen verstärkt für den Mautausweichverkehr genutzt würden. „Wer baut den parallel zu einer Autobahn eine vierspurige Bundesstraße? Zumindest in Mecklenburg Vorpommern gibt es das nicht", sagte Schröder.

In der Umzugsspedition haben die Unternehmen mit einer Vielzahl illegaler Anbieter zu kämpfen. Geschäftsführer Dierk Hochgesang bezifferte den Anteil dieser Anbieter auf „deutlich über 2500". Diese „wilden" Anbieter würden das Preisniveau weiter nach unten drücken, beklagte Carsten Busch, Vizepräsident der AMÖ. Teilweise würden Leistungen zu Preisen angeboten, „die um 50 Prozent unter dem liegen, was wir für den regulären Preis halten".

Die Neumöbelspedition konnte 2009 nicht von dem steigenden Umsatz der Möbelhändler profitieren. „Die Mengen für die Speditionen sind weniger geworden, weil der Handel vermehrt Möbel importiert hat", sagte Johannes Röhr, Vizepräsident der AMÖ. Durch die Mengenausfälle sind die Gesamtkosten je transportierter Einheit gestiegen, was den Kostendruck erhöht habe, so Röhr. (cd) 

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