15.09.2008 | Transport + Logistik

Alitalia: Einigung mit vier Gewerkschaften

Rom. Für die insolvente italienische Fluggesellschaft Alitalia gibt es einen neuen Hoffnungsschimmer: Die vier größten von insgesamt neun Gewerkschaften einigten sich nach zähen Verhandlungen mit der Investorengruppe CAI auf ein Rahmenabkommen. Demnach sollen insgesamt 12 500 Mitarbeiter in die neue Alitalia übernommen werden, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa am Montag. Von 3000 bis 7000 Mitarbeitern will sich die Fluggesellschaft nach bisherigen Planungen trennen.

Nach der jetzt erzielten Einigung sollen 1550 Piloten, 3300 Flugbegleiter und 7650 Techniker, Arbeiter und andere Angestellte übernommen werden. Das Unternehmen hat derzeit etwa 20 000 Mitarbeiter. Arbeitsminister Maurizio Sacconi sprach nach der Einigung von einem „soliden Startpunkt für die Zukunft der Airline“. Die wichtigen Arbeitnehmervertretungen der Piloten und der Fluglotsen stimmten dem Plan allerdings noch nicht zu. Die CAI will jetzt mit ihnen weiter verhandeln. Ministerpräsident Silvio Berlusconi hatte am Samstag die Position der Gewerkschaften als „selbstmörderisch“ bezeichnet.

Mit der Einigung scheint zunächst auch die Gefahr gebannt, dass die Alitalia ihren Flugverkehr kurzfristig einstellen muss. Alitalias Insolvenzverwalter Augusto Fantozzi hatte am Wochenende mit der Warnung für Aufsehen gesorgt, die Airline müsse möglicherweise bereits am Montag die Flüge einstellen, weil sie kein Geld für Kerosin habe. Am Montag starteten nach Medienberichten bis zum Mittag alle Flugzeuge der Linie ohne größerer Verspätungen. Fantozzi hatte auch gedroht, in den nächsten Tagen mit Entlassungen zu beginnen. Die Airline verliert derzeit täglich etwa zwei Millionen Euro.

Der Rettungsplan sieht den Verkauf der profitablen Alitalia-Teile an die CAI vor. Die Investoren wollen zudem eine Milliarde Euro investieren. Mit Entlassungen, Lohn- und Urlaubskürzungen und einer kleineren Flotte soll die Fluglinie wieder auf Kurs gebracht werden. (dpa/ak)

 
Anzeige
 

Weitere Informationen

Kommentar verfassen

Regelmäßig werden online verfasste Kommentare in der VerkehrsRundschau veröffentlicht. Um sich für eine Veröffentlichung zu qualifizieren, geben Sie bitte Ihren vollen Namen und unter dem Kommentar Ihren Wohnort an. Herzlichen Dank!

 

15.09.2008Artikelinformationen

Social Networking
Bildnachweis
(Foto: Alitalia)

Beliebteste Meldungen

Nachwuchsinitiative

Hallo Zukunft!

VerkehrsRundschau, Trucker und Gefahr/gut vermitteln zwischen Schülern, Lehrern und Unternehmen für eine Zukunft in der Logistik [Mehr Infos über Ausbildung in der Logistik]

Neueste Kommentare unserer Leser

  • 06.02.2012 | Transport + Logistik
    Feldversuch: Ramsauer wirbt um Teilnehmer
    Rudolf Röhlich meint: Wir wollten an dem Feldversuch auch teilnehmen, weil wir auf manchen Relationen unpaarige WB abholen...[mehr…]
  • 06.02.2012 | Recht + Geld
    Urteil der Woche: Haftungsbeschränkung für verunfallten Fahranfänger
    V 480 Truck meint: Mit 93 KM/h über die Landstrasse brettern, geht schon mal gar nicht, denn das Fahrzeug regelt bei 88...[mehr…]
  • 06.02.2012 | Transport + Logistik
    Amazon-Logistikzentrum schafft 1000 Arbeitsplätze
    Walter Dettinger meint: Wenn es dann richtige Arbeitsplätze sind ist das OK. Aber vor einigen Wochen war die Rede, dass...[mehr…]
  • 06.02.2012 | Transport + Logistik
    Feldversuch: Ramsauer wirbt um Teilnehmer
    heizer meint: na ob sich da viele für finden glaube ich ehr nicht.der hohe Kostenaufwand nur für die Anschaffung...[mehr…]
  • 06.02.2012 | Transport + Logistik
    Feldversuch: Ramsauer wirbt um Teilnehmer
    spedi 01 meint: hallo, typisches Beispiel für Lobbyismus. Wir Spediteure wollen die Gigas nicht!! Warum? Die...[mehr…]

Twitter: vr_online

Der Twitter-Kanal der VerkehrsRundschau

vr_online auf Twitter abonnieren und unsere Redakteure halten Sie auf dem Laufenden - blitzschnell und kostenlos!
[Follow us!]

Fahrverbotskalender

Europäische Fahrverbote im Überblick

Unser Fahrverbotskalender gibt einen Überblick über die LKW-Fahrverbote in mehr als 25 europäischen Ländern. Der Kalender erscheint quartalsweise als Zugabe zur Printausgabe, er kann aber auch gesondert bezogen werden. Bestellen können Sie den Kalender außerhalb des Abos zum Preis von 9,80 Euro zzgl. Versand und Mehrwertsteuer unter 089/20 30 43 11 00 (Fax -2100) oder per Mail: vertriebsservice@springer.com.