ADAC kämpft weiter gegen Umweltzonen

28.12.2009 09:18 Uhr
Umweltzone
Umweltzonen sperren bestimmte Fahrzeuge aus
© Foto: ddp

Der ADAC will seinen Kampf gegen die Umweltzonen fortsetzen, da diese nach Ansicht des Autofahrerclubs nichts bringen

Berlin. In immer mehr deutschen Städten gibt es Umweltzonen und wie in Berlin werden die Fahrverbote zum 1. Januar teilweise verschärft. Doch der Autofahrerclub ADAC will seinen Kampf gegen die Umweltzonen fortsetzen. „Der Club gibt nicht auf“, sagte der Vorsitzende des ADAC Berlin-Brandenburg, Walter Müller, in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. „Keine Frage, wir sind kampferprobt und wir werden diesen Kampf weiter fortführen.“ Nach Überzeugung des Clubs haben Umweltzonen keinen Einfluss auf die Feinstaubbelastung in den Städten und führen nicht zu besserer Luft. Elf vom ADAC unterstützte Club-Mitglieder waren allerdings kürzlich vor dem Verwaltungsgericht Berlin mit Klagen gegen die Umweltzone in der Hauptstadt in erster Instanz gescheitert. „Wir glauben, dass die Umweltzone faktisch gar nichts bringt und Autofahrer nur unnötig belastet werden“, sagte Müller. „Unser Thema ist die Verhältnismäßigkeit der Mittel, mit denen die Politiker arbeiten - darum geht es uns und um sonst gar nichts. Wir würden sofort morgen einer Regelung zustimmen, von der wir wissen, sie bringt wirklich etwas.“ Der ADAC stelle sich der Diskussion, wie die großen Ballungsräume umweltfreundlicher gestaltet werden können. „Wir haben schon eine Menge Anregungen gegeben“, sagte Müller. Manche Kommunen arbeiteten mit Tempo-30-Zonen, andere setzten auf Begrünungen. „Wichtig ist doch, den Verkehr am Laufen zu halten durch intelligente Verkehrsführung. Denn immer dann, wenn der Verkehr stoppt, wird er umweltfeindlich. Immer dann, wenn Verkehrsmaßnahmen wie etwa Ampelschaltungen oder Baustellen nicht aufeinander abgestimmt sind, wird die Umwelt unnötig belastet.“ Das Argument, noch kein Unternehmer sei durch die Anforderungen der Berliner Umweltzone an seinen Fuhrpark in die Pleite getrieben worden, wies Müller zurück. „Dieses Argument ist zynisch, das muss man ganz ehrlich sagen. Weil es die Probleme vieler Unternehmen verkennt, die sich unendlich schwer tun und für die der Arbeitsplatz in der Innenstadt in Zukunft schlicht wegfällt. Es sind ja nicht diejenigen, die laut schreien. Wir sind für die da, die nicht ihre Stimme erheben können, die keine große Lobby haben. Von unzähligen Briefen aus Handwerksbetrieben wissen wir um die Nöte, die es da gibt“, sagte Müller. (dpa/ak)

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